UH – Spitzklub

UH – Oktober 2026

Nun ist es also Herbst geworden, der übergroße Sommer hat sein Ende gefunden. Endlich.

UH Meldung Oktober 2026

Fotocredit: Wolfgang Fürst; www.pfotograf.at

Nura liebt den Herbst: Die Erde duftet wieder frisch, der Wind im dürren Laub erzählt Geschichten von ausgedehnten Spaziergängen, die frühe Dämmerung verspricht zusätzliche Fell-Kraul-Zeit vor dem Feuer im Schwedenofen.

Es war ein schwerer Sommer für alle Hunde: heißer Asphalt unter den Pfoten, heißer Wind im Fell, sogar die Luft zum Atmen war heiß. Keine oder nur kurze Spaziergänge am zeitigen Morgen (da will Nura eigentlich schlafen) oder am späten Abend (da will sie eigentlich kuscheln).

Und mitten in der Hitze … Nura ist irgendwie anders. Keine Bewegungsfreude, permanentes Hecheln, manchmal ein Winseln, wenn sie sich bewegt. Und sie trinkt Unmengen Wasser, mehr als drei Liter am Tag. Kann nicht nur bloß die Temperatur sein. Der Tierarzt tippt auf Gebärmutterentzündung, Blutbild und Ultraschall sind aber ohne Befund. Es wird nicht besser, die übernächste Nacht ist furchtbar für sie, sie muss heftige Schmerzen haben. Somit zu unserer „Zweit-Tierärztin“ (der Haustierarzt ist nun drei Tage auf Urlaub) – wieder Blutbild, wieder Ultraschall und Röntgen. Und nun ist die Diagnose eindeutig: Pyometra. Zwar kein Fieber und keinen Ausfluss, aber doch Gebärmutterentzündung. Die lebensgefährliche Eiteransammlung in der Gebärmutter ist ein absoluter medizinischer Notfall. Bei Nura fast lehrbuchmäßig: zwei Wochen nach Ende der Läufigkeit. Sie frisst zwar wie immer, ist aber apathisch, kraftlos, müde.

Somit ab in die Tierklinik. Und dort jener furchtbare Moment, in welchem mir die Leine abgenommen wird, Nura nochmals über die Schulter zu mir schaut, brav und folgsam hinter der Pflegerin hertrottet – und mich mit mehr als feuchten Augen im Warteraum zurücklässt. „Wir melden uns dann bei Ihnen.“ Einer der trostlosesten Sätze, die ich kenne.

Dann heißt es warten.

UH Meldung Oktober 2026Am späten Samstagabend der erlösende Anruf: Sie hat die OP gut überstanden, am Sonntagmorgen das SMS mit der beruhigenden Nachricht: auch die Nacht war gut. Und am Nachmittag darf ich sie wieder heimholen. Sie ist vollkommen in sich gekehrt für ein paar Sekunden … und dann erkennt sich mich: Solche Freude kann nur ein Hund zeigen. Wenn ich Liebe beschreiben müsste …

Zuerst ist sie noch recht agil, wirkt schmerzfrei. Aber das ändert sich rasch … bis knapp davor kam das Schmerzmittel über den Venflon. Tabletten wirken langsamer. Nun sind die Augen wieder müde, immer wieder mal ein Winseln. Doch ihr Kopf liegt auf meinen Füßen. Sie ist daheim.

Es war knapp – es ist gut ausgegangen. Ich bin unendlich dankbar. Aber nicht nur für ihr Genesen. Ich bin ihr dankbar. Dafür, dass mein Seelenhund mir immer nah ist. Egal, ob ich traurig bin oder fröhlich, ob ich viel Zeit für sie habe oder eben grad nicht.

Sie ist mein Stück Zuhause.


Liebe Spitz-Freunde, lieber Mitglieder,

ihr habt sicherlich ebenso Geschichten von euren Lieblingen zu berichten. Tragische, lustige, fröhliche, besinnliche.

Sendet sie doch bitte an mich (samt Fotos) – und gewährt unseren UH-Lesern Einblicke ins Leben mit einem Spitz oder Spitzartigen!

Christoph Hofbauer, GS